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Briefumschläge mit trojanischem Inhalt


Trojanisches Marketing eignet sich auch bestens zum Einsatz bei Seminar- und Fachkonferenzveranstalter, und dazu möchten wir die Aussagen eines ehemaligen Marketingleiters aus dieser Branche wiedergeben. Hier sein Bericht: „Meine Aufgabe war es, die Seminare zielgruppenkonform zu vermarkten. Dazu stand mir eine umfangreiche Datenbank zur Verfügung, welche mit Hilfe spezieller Aktionen gefüllt wurde. In mehreren Wellen wurden die Einladungsprospekte an potenzielle Teilnehmer versandt. Das Hauptproblem bestand darin, dass die Datenbank eigentlich nie komplett war und dass die Empfänger unsere Kuverts oft ungeöffnet wegwarfen, weil sie in der Fülle der Werbebriefe untergingen.
 
Als Ausweg aus diesem Dilemma begann ich, für jede Veranstaltung passende Kooperationspartner zu suchen, die thematisch mit dem Seminar zu tun hatten. Das Ziel war, dass diese Kooperationspartner unsere Einladungsprospekte in ihren jeweiligen Briefumschlägen mitsamt auf ihrem Briefpapier gedruckten Begleitbriefen versendeten. Der Erfolg gab mir recht; wir verzeichneten einen deutlichen Anstieg der Seminarteilnehmer.“
 
Das Trojanische Pferd war der Briefumschlag des Kooperationspartners, den dieser an die Adressen aus seiner eigenen Datenbank verschickte, also an Kunden, die den Absender kannten und dem sie vertrauten. Sie konnten ja nicht ahnen, was sich in diesem Kuvert versteckt hatte, nämlich die Einladung des Seminarveranstalters – also eines unbekannten Dritten. Als weiteres „Zuckerl“ offerierte der Begleitbrief, wiederum auf Papier und mit Unterschrift des Kooperationspartners, einen speziellen Preisnachlass von zehn Prozent. Weil die Strategie sich als extrem erfolgreich herausstellte, wurden ähnliche Aktionen auch für andere Seminare durchgeführt und entsprechende Partner gesucht und gefunden. Perfektes Trojanisches Marketing eben!