Coca Cola und L’Oréal
Coca Cola und L’Oréal[1]
Eine auf den ersten Blick überraschende Partnerschaft gehen der weltweite Getränkemarktführer und die starke Kosmetikmarke ein: gemeinsam wollen sie neue Gesundheits- und Schönheitsgetränke kreieren und ab 2008 auf den Markt bringen, sagen Gerüchte. Als Marke hat Coca-Cola bereits den Namen Lumaé eintragen lassen und zwar als ein Fertiggetränk auf Teebasis. Die Entwicklung dürfte sich noch in einem relativ frühen Stadium befinden.
Man erwartet, dass Lumaé auf die Zielgruppe junger, einflussreicher, Image-bewusster Frauen über 25 zugeschnitten wird, die sich für Gesundheit und Wellness interessieren. Coca-Cola wird wohl eher eine Positionierung als Gesundheitsmarke statt als Softdrink denken. Diesen wird man dann wohl eher in gehobeneren Läden kaufen können statt in den üblichen Supermärkten, die jetzt Coke verkaufen. Bis Redaktionsschluss war von Coca-Cola keine Stellungnahme dazu zu bekommen.
Das es für Produkte dieser Art einen Markt gibt, hat bereits seit 2005 auf dem amerikanischen Markt: Borba – „drinkable skin care“ (Hautpflege zum Trinken). „Wir sind die Pioniere auf diesem Gebiet“, sagt Gründer und Namensgeber Vincent Borba. „Selbst wenn die anderen mit einem niedrigeren Preis antreten, werden sie nie die klinischen Kriterien erfüllen wie wir, noch werden sie unseren emotionalen Markenwert bei den Konsumenten schlagen.“
Solche „Nutriceuticals“[2] sind in Asien bereits sehr populär. Beispielsweise hat Coke in Japan einige Produkte auf den Markt gebracht, zB Love Body, von dem behauptet wird, dass es nicht nur Kalorien verbrennt, sondern einen Bestandteil enthält, der gerüchteweise den Brustumfang vergrößert.
Hier zeigt sich das trojanische Prinzip in aller Deutlichkeit. Die multinationalen Getränkeriesen erkennen das Potential der stetig wachsenden Märkte für Schönheit und Wellness und bedienen sich dieses trojanischen Pferdes, um im Rahmen von entsprechenden Partnerschaften in diesen Markt einzudringen. Dabei kann es ihnen gelingen, die Ressourcen der Schönheitskonzerne zu nutzen, zB bei Forschung und Entwicklung, ihre Markt- und Zielgruppen-Erfahrung (Kommunikation, Positionierung), ihre Marken- und Marketing-Power sowie die bestehenden Distributionskanäle und Netzwerke. Damit ergibt sich fast zwangsläufig eine interessante Kooperationsbasis trojanischer Art.
[1] Quelle: Kenneth Hein, Brandweek, 12.03.2007
[2] Der Begriff Nutriceutical, auch Nutraceutical, steht für neuartige Lebensmittel, deren Inhaltsstoffe eine pharmakologische Wirkung haben und so zur Therapie oder Prophylaxe von Krankheiten geeignet sein sollen. Die Begriffe setzen sich aus den englischen Wörtern nutrition (Ernährung) und pharmaceutical (pharmazeutisch) zusammen. Der Begriff ist insofern problematisch, als für Lebens- bzw. Arzneimittel in der Regel unterschiedliche gesetzliche Vorschriften gelten, die sich evtl. gegenseitig ausschließen.
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