Die Konkurrenzsituation in der Automobilindustrie ist angespannt, Autohersteller suchen ständig nach neuen Wegen, ihre Modelle zu differenzieren und noch effektiver neue Zielgruppen anzusprechen. In diesem Kontext setzen immer mehr Marketingabteilungen auf Markenpartnerschaften, in erster Linie mit Marken aus den Bereichen Mode und Lifestyle. Im Zusammenhang mit der Repositionierung des Modells Tigra von Vauxhall/Opel in Richtung einer primär weiblichen und in hohem Maße modeorientierten Zielgruppe initiierte General Motors Europa Ende 2006 eine strategische Partnerschaft mit dem spanischen Modelabel Mango. „Unsere Zielgruppen sind dieselben wie die von Mango, daher ist es sehr sinnvoll, gemeinsam die Attraktivität unserer Produkte zu promoten“, sagt Olivier Danan, Direktor Markenkommunikation von GM Europa.
Die Partnerschaft hatte zum Ziel, der Tigra-Kampagne „every street is a catwalk“ Glaubwürdigkeit zu verleihen. Mittelpunkt der Partnerschaft war die Anzeigenkampagne in Modemagazinen und gemeinsamen Websites, auf denen nicht nur das Modell Tigra Twin-Top, sondern auch Models mit der neuesten Mango-Mode abgebildet waren. Die Kampagne wurde von zahlreichen gemeinsamen Werbeaktivitäten in ganz Europa begleitet (Testfahrten-Gewinnspiele, Modeschauen bei Automessen, Wettbewerbe um Einkaufsgutscheine etc.). Ganz neu ist die Kooperation mit Modemarken nicht. Einer der ersten Autoproduzenten war Renault. Im Jahr 1995 taten sie sich mit Kenzo zusammen, dem japanischen Modehaus im Besitz von LVMH (Abkürzung für den französischen Konzern Louis Vuitton Moët Hennessy S.A.), um den „Twingo Kenzo“ herauszubringen. Die Idee war erfolgreich; 17.000 Autos dieses Typs wurden verkauft. Daraufhin übernahm Renault das Erfolgsrezept für einige weitere Neueinführungen, zB mit der Lifestyle- und Sportmarke „Chiemsee“ und dem Surfer-Label „Rip Curl“. Der „Clio by Rip Curl“ berücksichtigte die Bedürfnisse der Surfer, zB mit einem wasserdichten Gepäckraum und einem Dachgepäckträger. Nissan USA stellte 2006 eine strategische Partnerschaft mit der urbanen Bekleidungsmarke „eckō“ auf die Beine, um besser die urbane Zielgruppe zu erreichen. Deren Gründer, der frühere Graffiti-Künstler Marc Ecko, gestaltete zwei der Nissan-SUVs mit einem neuen, urbanen Design und kreierte eine Serie von Kleidungsstücken und Accessoires mit CoBranding, deren Verkaufserlöse einem wohltätigen Zweck zugeführt wurden. Der vollständige Text ist nur für registrierte Besucher sichtbar!